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Es gibt Bücher, die sind so gut, dass es sich lohnt, sie mehr als einmal zu lesen. Big Bang von Simon Singh gehört für mich dazu. Ich hatte dieses Buch bereits 2006 das erste mal absolviert und hier beschrieben.

Vor ein paar Wochen sind mir ein paar Stellen aus dem Buch wieder eingefallen, als ich meine Vorlesung an der FHM Bielefeld zu Web 2.0 und Enterprise 2.0 vorbereitet hatte. Das hatte ich dann zum Anlass genommen, mir das Buch noch mal vorzunehmen. Obwohl ich eingentlich nur 2 Stellen nachschlagen wollte, habe ich es dann wieder komplett gelesen.

Er beschreibt die Geschichte der Kosmologie unglaublich packend und absolut laienverständlich, ohne dabei zu oberflächlich zu werden. Beim zweiten Lesen fallen einem ja immer Dinge auf, die einem beim ersten Mal durchgerutscht sind. Das Beste fand ich dieses Mal, wie er den Kampf der alten Theorien gegen die neuen dargestellt hat. Aus heutiger Sicht ist jedem klar, dass nicht die Erde im Mittelpunkt des Universums steht. Aber im 15 Jharhundert war dies alles andere als leicht zu erkennen.

Als die ersten Wissenschaftler anfingen, dass geozentrische Modell in Frage zu stellen, hatten sie eine Menge Widerstände zu überwinden und das waren nicht nur kirchliche. Das heliozentrische Modell konnte eine Menge Beobachtungen einfacher erklären, als das geozenrische. Aber es hatte auch echte Schwächen. So konnte es zum Beispiel anfänglich nicht die Schwerkraft erklären, oder die Bahn des Mars. Erst als Kepler drauf kam, dass die Planeten keine kreisförmigen Bahnen zogen, sondern elipsoide, konnte zumindest die Bahn einiger Planeten besser erklärt werden. Singh stellt immer wieder die alten und die neuen Modelle gegenüber und stellt die damaligen Stärken und Schwächen gegenüber. Das trägt sehr zum tiefen Verständnis der außerordentlichen Leistungen der Wissenschaftler dar. In sich überlappenden historische Zeitlinien erschließt dieses Buch die wesentliche Erkenntnisse, die zum immer besseren Verständnis des Universums beitragen. Man wird als Leser Zeuge, wie erst die Sonne ins Zentrum des Universums rückte, dann die Grenzen unserer Galaxie gesprengt werden, die Relativitätstehorie enstand, festgestellt wurde, dass sich unserer Universum ausdehnt und wie nach und nach das Modell des Urknalls ensteht. Es werden nicht nur die Wissenschaftler, die Streitstände, sonder auch immer die wesentlichen Ideen und Prämissen der jeweiligen Schritte dargestellt. Und das passiert spannend wie ein Krimi.

Das Buch war eine gute Vorbereitung für das nächste Buch zu dem gleichen, Thema das ich gerade lese: Hawkings neues Universum.

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