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Schock-Strategie – Naomi Klein

By 20.11.07Juni 26th, 2009No Comments

Nach „No Logo“ war es ein bisschen ruhig geworden um Naomi Klein. Wenn Sie mal wieder etwas veröffentlicht hat, war es meist nur eine Wiederholung des alten „No Logo“ Themas. Nun hat Sie wieder einen echten Kracher gelandet. Da sie nicht kurz und knackig schreiben möchte, sind es über 750 Seiten geworden.
Wenn man erst einmal begonnen hat, mag man das Buch nicht wieder aus der Hand legen. Es ist einfach zu unglaublich, was man dort zu lesen bekommt.
Sie beschreibt an vielen Beispielen äußerst spannend, wie der Turbo-Kapitalismus nach Milton Friedman ein Land nach dem anderen in schwere Krisen stürzt. Es fing in den 70ern in Südamerika an, ging dann über Polen, Russland Asien und hat seinen vorläufigen Höhepunkt im Irak gefunden. Es ist unglaublich, mit welcher Brutalität eine nie dagewesene Umverteilung von Reichtümern von unten nach oben durchgezogen wird. Das Strickmuster ist in geringen Variationen immer das Gleiche: Ein Schock wird erzeugt oder ausgenutzt, um haarsträubende Wirtschaftsreformen durchzudrücken, die unter Mißachtung von Recht und Gesetz mit enormer krimineller Energie zu traumhaftem Reichtum Weniger unter Inkaufnahme von Massenelend führen.
Was Michael Moore durch seine aufgeregte und polemische Art nie hinbekommen hat, schafft Klein durch Faktenreichtum und sehr nüchterner Schreibweise: Man ist geschockt und spätestens ab der Mitte des Buches sehr wütend. Man kann wohl davon ausgehen, dass Sie Fakten einseitig darstellt und tendenziös argumentiert. Aber wenn nur ein kleiner Bruchteil als unwiderlegbarer Faktenkern übrig bleiben sollte, gehören eine Menge Politiker und Wirtschaftsbosse zügig in den Knast.

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