BelletristikLesen für KohleRoman

gelesen: For the Win – Doctorow

Sein erstes Buch Little Brother hat die Messlatte schon ziemlich hoch gelegt. Nun hat Cory Doctorow seinen 2. Roman abgeliefert. Dieses Mal geht es um die virtuellen Wirtschaftsräume der Multiplayer Online Spiele, wie wir sie heute bereits von Second Life oder World of Warcraft kennen. Er hat die Geschichte leicht in die Zukunft verlegt, wobei mir beim Lesen nicht ganz klar geworden ist, was von seiner Geschichte nicht auch heute schon stattfinden könnte.

Er beschreibt, wie in den virtuellen Welten echte Kinder aus Schwellenländern ausgebeutet werden und sich anfangen in einer Webgewerkschaft, den Webblys zu organisieren. Die Regierungen der Staaten und die Bosse der Kinderarbeiter gehen mit unglaublicher Härte gegen die streikenden Webblys vor. Die Webbewegung breitet sich epidemisch aus und organisiert einerseits einen Massenstreik und bringt mit virtuellen Finanztransaktionen die Spielewelten ins Wanken. Das Ganze ist in eine packende Geschichte verpackt, deren Ausgang ich hier mit Rücksicht auf alle künftigen Leser  nicht verraten werde.

Ich schätze, das Leser, die sich noch nie in einer virtuellen Welt aufgehalten haben, zunächst Schwierigkeiten haben werden, der Geschichte zu folgen. Die Mühe lohnt sich aber trotzdem. Neben guter spannender Unterhaltung bekommt man, wie in seinem ersten Buch eine Menge an Unterricht über die Themen Okönomie, Online-Spielen, Umgang autoritärer Staaten mit Unruhestiftern uvm. geboten.

Ich finde nicht, dass Doctorow ein besseres Buch als sein Erstling vorgelegt hat, aber es ist genau so gut.

Bewertung: *****

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