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gelesen: Superfreakonomics – Levitt, Dubner

4 Jahre nach dem Knaller Freakonomics kommt nun der Nachfolger vom gleichen Autorenteam. Die Financial Times behauptet es wäre ganz ähnlich nur besser als sein Vorgänger geraten. Das kann ich so nicht bestätigen. Es ist ein würdiger Nachfolger und es ist genauso gut, wie sein Vorgänger und allein das ist eine beachtliche Leistung.

Es geht dieses Mal wieder überwigend um Mikroökonomie. Der Untertitel „Nichts ist so wie es scheint“ zieht sich als Programm durch das ganze Buch. Bei der Untersuchung des Wirtschaftszweige Prostitition, Kindersitze und der Selbstmordattentäter kommen die beiden immer wieder zu sehr überraschenden Erkenntnissen.

Wie schon im ersten Buch wird auch hier wieder ein Klassiker der Literatur auseinandergenommen. Dieses Mal erwischt es den Klassiker des Mordes an Kitty Genovese, wo angeblich 38 Leute tatenlos zugesehen haben. Nicht nur, dass sie nicht eingeschritten sind, sie haben nicht einmal per Telefon die Polizei oder Rettungssanitäter gerufen. Dieser Fall erschütterte 1964 die gesamte Welt und fehlt seitdem in keinem Buch über Verhaltensforschung und Altruismus. Allein ich besitze 5 Bücher, in dem der Fall beschrieben wurde.

Der Fall wird hier neu aufgerollt und er stellt sich plötzlich völlig anders und auch leichter erklärbar dar. Ich verrate hier nicht die Auflösung, es ist zu spannend zu lesen.

Am meisten aufgewühlt hat mich das Kapitel über die „Klimakatastrophe“. Hier werden nicht nur alle Zweifel noch mal diskutiert, die man an der aktuellen Darstellung einer möglichen Klimaerwärmung haben kann. Was ich bislang nicht wusste, ist dass es schon seit längerem ein einfaches ungefährliches Mittel gibt, eine gefährlich werdende Klimaerwärmung wirksam zu verlangsamen, zu stoppen und sogar umzukehren. Nathan Myhrvold hat mit seinen bei Microsoft verdienten Milliarden ein Unternehmen geründet, welches ein Patent auf dieses Verfahren besitzt. Man weiß sicher, dass nach heftigen Vulkansausbrüchen Schwefeldioxid bis in die Stratosphäre geschleudert wird und dort zu einer signifikanten Abkühlung der Atmosphäre führt. Man braucht also nur gesteuert Schwefeldioxid in die Atmosphäre zu pumpen und die Erwärmung wäre beendet. Die Technologien dafür gibt es und das ganze Projekt würde weniger als 250 Mio USD kosten. Das sind ungefähr 50 Mio. USD weniger als Al Gore ausgibt, um die Menschheit in Angst und Schrecken wegen der „Klimakatastrophe“ zu versetzen. Schwefeldioxid baut sich innerhalb weniger Monate wieder ab. Wir haben es also mit einem steuerbaren und reversiblen Effekt zu tun.

Ich hatte vor der Lektüre des Buches noch nie etwas davon gehört. Ich werde das Thema jedenfalls weiter verfolgen und recherchieren. Wenn das stimmt, was hier beschrieben wird, frage ich mich, warum man noch nicht häufiger davon gehört und gelesen hat.

Allein wegen dieses Kapitels bekommt das Buch von mir *****

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  • Alex Kahl sagt:

    Die Idee mit dem Schwefel in der Athmosphäre stammt vom holländischen Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen. Ist aber SEHR umstritten. Genauso umstritten, wie die Anzweiflung der Klimaerwärmung. Und ich glaube deswegen hat man auch noch nicht sooo viel davon gehört. Obwohl der Aufsatz mit der Beschreibung der Methode schon 2006 veröffentlicht wurde.

    Vor allem haben Meteorologen Sorge was die nicht einzuschätzenden Folgen von einigen Millionen Tonnen Schwefel in der Athmosphäre sein können. Hausgemachter, in seiner Stärke potenzierter sauerer Regen ist ja jetzt erstmal nicht SO wünschenswert 🙂

    Hier ist ein Link zu einem interessanten Interview mit Crutzen von 2006, in dem er einige der ihm angehängten Aussgen relativiert:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/527371/

    Dieser kritische Artikel vom 30.6.2010 ist auch sehr informativ:
    http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/lindaunobel/chemie/2010-06-30/schweigen-im-walde-bei-paul-crutzen

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