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Allgemein

Buchrezension: Operation Kundus – Achim Wohlgetan

Dies ist das Nachfolgebuch von „Endstation Kabul“ des gleichen Autors. Er schildert hier seinen 2. Aulsandseinsatz für die Bundeswehr, dieses  Mal geht es für ihn nach Kundus, wo er als Mitglied eines Vorauskommandos an der Übernahme eines Stützpunktes (PRT) von den Amerikanern mitwirkt.

Wie bereits im ersten Buch, kommt auch dieses Mal vor allem die politische Führung der Bundeswehr nicht gut weg. Neben schon fast surrealen Bürokratiepossen werden Soldaten immer wieder durch schwer nachzuvollziehende Entscheidungen in Gefahr gebracht. Was Wohlgetan über die Ausrüstung der Soldaten schreibt, kann man kaum glauben. Nicht nur, dass man sie in leichten Wüstenuniformen in den afghanischen Winter schickt, man lässt sie auch in schrottreifen angemieteten Zivilfahrzeugen ohne militärische Kennzeichnung Patrouillen fahren. Wenn man das mit Berichten vergleicht, wo vollkommen einsatzfähige Bundeswehrfahrzeuge in Kabul wegen fehlender Abgasuntersuchung stillgelegt wurden, ist man nur noch fassungslos.

Die sehr plastischen Beschreibungen des Einsatzalltags mit dem damit verbundenen Stress und zwischenmenschlichen Reibereien erklären ein bisschen, warum immer mehr Soldaten mit den Bedingungen nicht mehr klar kommen und frustriert den Dienst quittieren oder gar in psychologische Behandlung gehen müssen.

Ich hoffe, dass Bücher wie diese öffentlichen Druck auf die Politik erzeugen, damit sich sich sich endlich angemessen mit diesem Einsatz auseinandersetzen und entweder diesen Einsatz beenden oder ihn auf eine Basis stellen, die dazu führt, dass dort Soldaten nicht sinnlos verheizt werden.

Bewertung: ****

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Ein Kommentar

  • Jürgen Dawo sagt:

    Wenn ich Deine Rezension lese beginne ich für Soldaten die den Einsatz ablehnen und mit allen Mitteln versuchen nicht mitgehen zu müssen, Verständnis zu haben.
    Danke

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