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Allgemein

Buchrenzension: Die Insassen – Katharina Münk

Katharina Münk hat vor zwei Jahren mit „Und morgen bringe ich ihn um“ ihren ersten Erfolg veröffentlicht. Sie schreibt unter einem Pseudonym, da sie angeblich immer noch als Chefsekretärin in einem Großunternehmen arbeitet. Das erste Buch war schon sehr lesenswert. Nun hat sie einen Roman abgeliefert.
Es geht um einen Finanzvorstand einer großen Versicherung, einen bekannten Investmentbanker, einen weiteren Topmanager und eine Chefsekretärin, die alle nach Zusammenbrüchen in eine geschlossene psychiatrische Anstalt in der Nähe von Frankfurt eingewiesen werden. Der ehemalige Finanzvorstand will einfach nicht wahrhaben, dass er dort als Patient ist und redet sich erfolgreich ein, dass er der neue Eigentümer der Klinik ist. Er überedet die andern, ihn dabei zu unterstützen, die Klinik ohne Wissen der tatsächlichen Eigentümer an die Börse zu bringen.
Wenn ich nicht schon selber einen Börsengang mitgemacht hätte, würde ich wahrscheinlich denken, dass es sich hier um eine völlig überzogene Satire handelt. Leider ist es nicht so. Genauso absurd, wie sich teilweise die Dialoge zwischen den Beteiligten abspielen, habe ich selber Gespräche in der Finanzwelt erlebt.
Für eine Chefsekretärin kennt sich Münk erstaunlich gut mit den Mechanismen des Kapitalmarktes und seinen aktuellen Sprachmoden aus. Möglicherweise deckt das Pseudonym nicht eine Sekretärin, sondern einen Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft. Wundern würde es mich nicht.
Da könnte einem schon der Gedanke kommen, dass ich durchaus auch selber genug sehr unterhaltsamen Wahnsinns erlebt habe…. vielleicht mal für später…

Bewertung: ****

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