Business ist wie Rock'n'Roll Richard Branson  
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In dieser Autobiographie sagt der Gründer des Virgin-Konzerns, Richard Branson, daß eines seiner wichtigsten Geschäftskriterien "Spaß" sei. Spaß hat Branson zum Milliardär gemacht, und selten machen Geschäftsmemoiren nur annähernd so viel Spaß oder sind so flott geschrieben wie die von Branson. Sie erzählen nicht nur von seinen geschäftlichen Knapp-am-Schiffbruch-vorbei-Erfahrungen, sondern auch wie der Firmenvorsitzende dem Tod durch die Schußwaffe, Schiffbruch und Ballonabsturz buchstäblich entkommen ist.

Bransons Imperium — das mittlerweile Anteile an einer Fluglinie, Popmusik, Sprudelgetränke, E-Commerce und Finanzdienstleistungen umfaßt — begann, als der damals 16jährige Legastheniker 1968 die Schule abbrach, um das britische Magazin Student zu gründen. Sein Schulleiter sagte: "Ich prophezeie dir, daß du entweder im Knast landest oder Millionär wirst." Nachdem er wegen eines Zollvergehens beim Verkauf von Schallplatten kurz im Gefängnis saß, verdiente Branson seine erste Million durch die Veröffentlichung von Tubular Bells, eine Alleingänger-Aufnahme von Mike Oldfield, die von allen spießigen Managern abgelehnt wurde. (Durch Tubular Bells III von 1998 stiegen die Verkaufszahlen dieser Serie auf über 20 Millionen.)

Trotz der wilden Geschichten von Bransons Partnertausch-Eskapaden und Keith Richards' Flucht aus Bransons Studio mit der Frau eines anderen (nackt und von einer Pistole bedroht), betreffen die schockierendsten Teile der Autobiographie die James-Bond-mäßige Schmutzkampagne von British Airways gegen Virgin Atlantic, die zum höchsten Schadensersatzzuspruch der britischen Geschichte führte.

Obwohl es nur so mit berühmten Namen, witzigen Zitaten und aufregenden Berichten von wahnwitzigen Ballonabenteuern gespickt ist, trifft das Buch in erster Linie als Business-Thriller ins Schwarze. Bransons instinktive Alles-oder-nichts-Taktik kann ihn ruinieren — oder die nächste Milliarde verdienen lassen. So oder so, Branson wird wohl der unterhaltsamste Unternehmer Europas bleiben. —Tim Appelo

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Der Weg zu den Besten: Die sieben Management-Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg Jim Collins  
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Wer in die USA reist und sich dort einige Zeit aufhält, kennt unweigerlich die Drogeriekette Walgreens. Überall im Lande gibt es Stores. Was der Reisende aber vielleicht nicht weiß, ist der Aufstieg Walgreens von der grauen Maus zum absoluten Topunternehmen. Ein treffendes Beispiel für den Stoff, aus dem Management-Guru Jim Collins sein neues Buch gestrickt hat. Was genau lässt Firmen in die Topliga aufsteigen?

Und damit er nicht im Trüben fischt, hat Collins bei der Beantwortung dieser Frage ein knallhartes Benchmarking durchgezogen. Auf der einen Seite standen so genannte Take-off-Unternehmen. Ihr Kennzeichen: 15 Jahre lang eine eher langweilige Aktienperformance, um dann ebenso lange den Marktdurchschnitt um mindestens das Dreifache zu überbieten. Auf der anderen Seite wurden Firmen ausgewählt, die aus der gleichen Branche stammten, in etwa dieselben Möglichkeiten hatten, aber den Sprung von Gut zu Spitze eben nicht schafften.

Und dann ging es los. Intensive Medienrecherchen, Interviews mit Managern und Analysen jedweder Art in Hülle und Fülle. Alle Firmen auf dem Prüfstand. "Das Kernstück unserer Methode war der systematische Vergleich von Take-off-Unternehmen und den Unternehmen der Kontrollgruppe — immer auf der Suche nach dem Unterschied", so Collins. Die Ergebnisse, die im Buch vorgestellt werden, sind überaus lesenswert und sicher auch für deutsche Verhältnisse teilweise gut übertragbar.

Collins und sein Team stellten beispielsweise fest, dass die besten Topmanager alles andere als Sonnyboys sind. "Sie sind still, leistungswillig bis zur Selbstaufgabe zurückhaltend, ja fast schüchtern — eine paradoxe Mischung aus Bescheidenheit, was ihre Person angeht, und professioneller Willenskraft in allen Belangen des Geschäftslebens." Als nächstes fanden sie heraus, dass Take-off-Manager, bevor sie eine neue Vision und Strategie verkünden, zunächst die falschen Leute rauswerfen und die richtigen an Bord holen.

Der Research gipfelt schließlich in der Erkenntnis, dass jeder Take-off eher das Ergebnis eines langsamen Umschwungs als das Produkt einer Alles-oder-Nichts-Situation ist, aus der heraus die Unternehmensrevolution passiert. Verblüffend ist übrigens auch, dass die im Buch dargestellten Take-off-Unternehmen teilweise ziemlich unbekannt sind, während manche, auf die man sicher getippt hat, das Anforderungsprofil nicht erfüllten. Alles in allem: Ein Lesetipp! —Peter Felixberger

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Immer erfolgreich. Die Strategien der Top-Unternehmen Jim Collins, Jerry I. Porras  
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Jahre hat es gedauert — jetzt liegt Jim Collins Bestseller Built to Last endlich auch in deutscher Sprache vor. Zeit wird es. Denn der Inhalt ist mehr als interessant. Der international renommierte Management-Berater räumt auf — mit so manchem Mythos über zukunftsorientiertes Unternehmertum.

Zusammen mit einem mehrköpfigen Rechercheteam hat Collins die 18 "langlebigsten und innovativsten Weltunternehmen" untersucht und auf ihre Erfolgskriterien hin überprüft: darunter 3M, American Express, Boing, Greneral Electric, Motorola, Philip Morris und Wal Mart. Unternehmen also, die trotz schwerster Tiefschläge immer wieder auftauchen und mit einer "langfristigen Erfolgsbilanz" glänzen. Die Gründe für diese "Erfolgsbilanz" sind vielfältig. Einer davon: Statt ihr Unternehmensschiff ausschließlich auf Renditesteigerung zu trimmen und unnötigen Ballast über Bord zu werfen, haben "visionäre Unternehmen" Lust auf Experimente. Trauen sich, neue Nischen zu besetzen und sich von der Herde abzukoppeln. Kreative Zerstörung wird als progressiv, Wandel als Existenzsicherung erlebt. Nicht nur um Mitarbeiter zu motivieren, sondern auch um die Konkurrenz "in entscheidenden Augenblicken der Geschichte abzuhängen".

Natürlich kann man Collins Aussagen auf den Prüfstand stellen. Vermeintliche Erfolgsrezepte hinterfragen. Und zeigen, dass auch bei seinen Topunternehmen nicht alles nach Lehrbuch läuft. Doch das ist im Grunde nicht wichtig. Viel wichtiger ist: Collins erteilt mit seinem Buch eine klare Absage an alle Sicherheitsdeutschen, die den Sand in den Kopf stecken und vorgeben zu wissen, wie man die Krise am besten übersteht: Kosten runter, Menschen entlassen und Steuern sparen. —Heike Littger

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Das unglaubliche Comeback des Steve Jobs, Orangenes Umschlagssignet Alan Deutschman  
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Gefeuerte Manager sind die gefährlichsten Konkurrenten, die sich ein Unternehmen schaffen kann, besagt ein Erfahrungswert aus der (Wirtschafts)-Psychologie. Denn diese versuchen ihre Demütigung mit aller Kraft wieder wettzumachen. In dieses Schema passt auch Steve Jobs: Gründer der Computerfirma Apple, "unehrenhaft" entlassener Geschäftsführer des Unternehmens, Initiator eines gigantischen Computer-Flops namens Next, Produzent des ersten vollständig am Computer erschaffenen Spielfilms Toy Story und erneut umjubelter Geschäftsführer von Apple.

Die Periode zwischen der Entlassung im Sommer 1985 und der Wiedereinstellung als Apple-Geschäftsführers Anfang 2000 bildet den zeitlichen Bezugsrahmen dieses Buches über Steve Jobs, für das Autor Alan Deutschman nach eigenen Angaben fast 100 Interviews mit Bekannten, Mitarbeitern und Freunden des Managers führte. Aus der beobachtenden Warte heraus zeichnet Deutschman in seinem Buch das Bild eines charismatischen, teils tyrannisch verbohrten, teils durchaus menschelnden und bauernschlauen Managers. In guter Hollywood-Manier ist ein inhaltlich klassischer Dreiteiler entstanden: Der Held zieht aus um eine Niederlage wieder gutzumachen, gerät dabei gefährlich nah an das endgültige Scheitern um dann als strahlender Sieger dazustehen.

In einer gut lesbar geschriebenen Dialoghandlung ist Deutschmann eine Skizze zur sehr schillernden Persönlichkeit des Steve Jobs gelungen, der der Leser die Faszination des Autors für "seinen" Helden allerdings in jeder Zeile anmerkt. Gewollt oder ungewollt — hinter der Kulisse eines amerikanischen Heldenepos offenbaren sich dem (europäischen) Leser hochinteressante Einblicke in das Denken und Tun von Topmanagern jenseits des Atlantik. Und diese machen das Buch auf eine ganz andere Art und Weise spannend. —Horst-Joachim Hoffmann

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Just for Fun: Wie ein Freak die Computerwelt revolutionierte. Die Biographie des Linux-Erfinders David Diamond, Linus Torvalds  
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Linu(s/x)-Biografie: Mit Just for Fun meldet sich der Linux-Erfinder Linus Torvalds selbst zu Wort und veröffentlich die Geschichte des freien Betriebssystems Linux, die gleichzeitig auch seine eigene Biografie ist.

Unspektakulär. So würde Linus Torvalds, der Erfinder von Linux, wohl mit einem Wort sein Leben beschreiben. Das ist erstaunlich, denn schließlich steht er mehr oder weniger im Zentrum einer Entwicklung — Linux und OpenSource —, die ein ernsthaftes Konkurrenzprodukt zu Microsofts Windows anbietet. Microsoft, dass ist immerhin eines der größten Unternehmen dieser Erde. Unspektakulär? Wer ist der Mann, der trotz derartiger Leistungen so etwas von sich behaupten kann? Bisher bestand die Antwort auf diese Frage zum Teil aus Spekulation — Torvalds meidet das Rampenlicht — und aus unzusammenhängenden Artikeln und Aussagen über und von Torvalds selbst.

Mit Just for Fun begibt sich der einst scheue Programmierer an die Öffentlichkeit und erzählt zusammen mit David Diamond sein bisheriges Leben — ein Leben, das eng verzahnt ist mit Computern im Allgemeinen und Linux im Besonderen. Wer nun aber eine autobiografische Hymne oder gar ein missionarisches Werk erwartet, wird (glücklicherweise) enttäuscht. Das unspektakuläre an Linus Torvalds ist nämlich nicht, was er tut, sondern wie er damit umgeht. Weder Starkult, noch die Option, mit Linux Geld zu verdienen konnten ihn reizen — die Arbeit mit Linux macht ihm Spaß. Das reicht. Damit ist der Titel von Just for Fun Programm und Botschaft in einem und steht damit im krassen Gegensatz zur heutigen Verwertungsgesellschaft, in der Erfolg mit ökonomischem Gewinn identisch ist.

Mit Just for Fun vermittelt Torvalds neben Details und Anekdoten aus seinem Leben vor allem (s)ein Lebensgefühl. Exemplarisch zeigt er, was sich aus der Begeisterung für eine Sache entwickeln kann. Ruhm, Ehre, Geld und Erfolg tragen dabei wenig zur eigenen Befriedigung bei. Das ist ungewohnt, irgendwie gut und macht einfach nur Spaß. Wie Linux. Ein revolutionäres Buch von einem Finnen ohne Revolutionsanspruch. Lesenswert und spektakulär. —Wolfgang Tress

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